„Und Action!“, ruft die Betreue­rin des Unter­stu­fen­thea­ters am Come­ni­us-Gym­na­si­um und schon stür­zen sich 25 jun­ge Schüler:innen ins Getüm­mel, um mit Schwer­tern aus Holz ihren Hel­den Robin Hood vol­ler Eifer zu ver­tei­di­gen. Der rhyth­mi­sche Klän­ge stei­gert die Span­nung, die zwi­schen den Trup­pen des She­riffs von Nott­in­ham und den Ver­tei­di­gern Robins entsteht,

In den letz­ten Jah­ren führ­te das Unter­stu­fen­thea­ter, das ganz rege von etwa 25 Kin­dern von der 5, bis zur 7. Jahr­gangs­stu­fe besucht wird, mit gro­ßer Begeis­te­rung und viel Enga­ge­ment die Kin­der­buch­klas­si­ker Momo, Har­ry Pot­ter oder Lip­pels Traum auf der Büh­ne des Come­ni­us-Gym­na­si­ums auf. Das für 2020 geplan­te Krimi­din­ner erlag lei­der den Coro­na-Ein­schrän­kun­gen und auch das letz­te Jahr konn­te coro­nabe­dingt nicht gespielt wer­den. Aber da das Spie­len ein Grund­be­dürf­nis der Kin­der ist, wag­te es die Thea­ter­trup­pe des Gym­na­si­ums unter wid­rigs­ten Umstän­den wie­der ab Sep­tem­ber 2021 zu pro­ben. Zu Beginn wur­de im Herbst noch im Frei­en, dann ab Novem­ber mit Abstand und Mas­ke, in der Aula spie­le­risch an das Stück her­an­ge­führt. Rol­len ver­ge­ben und ein­stu­diert, aber auch viel impro­vi­siert und am Büh­nen­bild gebastelt.

Beson­ders wich­tig ist der Spiel­lei­te­rin Andrea Zell­ner, dass die Kin­der Freu­de am Spiel haben. „Für die Kin­der ist das Gemein­schafts­ge­fühl, das Spie­len mit­ein­an­der ein Grund­be­dürf­nis und es soll­te uns Erwach­se­nen ein Anlie­gen sein, ihnen dies auch zu ermög­li­chen“. Des­halb wur­de schon im Sep­tem­ber zum Ken­nen­ler­nen eine krea­ti­ve Schnit­zel­jagd im Stadt­park unter­nom­men und zu Beginn jeder Pro­be gab es ent­we­der einen lus­ti­gen Rund­lauf, ein Ver­trau­ens­spiel, Rol­len­ra­ten, eine Impro­vi­sa­ti­ons­übung und auch das gelieb­te Schwung­tuch durf­te nicht feh­len. Beson­ders begeis­tern konn­ten sich die Schüler:innen für Übun­gen mit Musik oder eine Cho­reo­gra­fie. Auch Stimm­übun­gen, Ent­span­nungs­tech­ni­ken und Phan­ta­sier­ei­sen wur­den durch­ge­führt. Trotz der vie­len Ein­schrän­kun­gen war die Spiel­freu­de der Kin­der ungebrochen.

Aber nun ist es so weit, das Stück kann auf­ge­führt wer­den. Und wenn der humor­vol­le Litt­le John, ali­as Ben Löwe fragt „Robin Hood? Dann bist du also der Ver­bre­cher, der mit Ver­bann­ten und Ver­ur­teil­ten Rei­sen­de aus­raubt?“, dann erwi­dert Robin Hood, gespielt von der bezau­bern­den Kar­la Berl, „Ver­bre­cher ist ein böses Wort. Damit machst du dich nicht gera­de sehr beliebt. Aber ich habe heu­te Nacht einen guten Beu­te­zug gemacht und daher bin ich in guter Stim­mung. Lass uns ein Spiel spielen.“

Robin Hood ist der zen­tra­le Held meh­re­rer spät­mit­tel­al­ter­li­cher bis früh­neu­zeit­li­cher eng­li­scher Bal­la­denzyklen, die sich im Lau­fe der Jahr­hun­der­te zu der heu­ti­gen Sage form­ten. Die Hand­lun­gen der Bal­la­den wur­den fort­wäh­rend umge­dich­tet und wei­ter­ent­wi­ckelt, auch neue Bal­la­den wur­den hin­zu­er­fun­den. So wird Robin Hood in der Mit­te des 15. Jahr­hun­derts noch als gefähr­li­cher Wege­la­ge­rer ein­fa­cher Her­kunft geschil­dert, der vor­zugs­wei­se hab­gie­ri­ge Geist­li­che und Adli­ge aus­raubt. Im Zuge sei­ner Aus­ein­an­der­set­zun­gen mit Fein­den kommt es auch zu mit­tel­al­ter­lich-grau­sa­men Prak­ti­ken. Spä­ter wird er immer posi­ti­ver dar­ge­stellt. Die Dich­tung macht ihn zum ent­eig­ne­ten angel­säch­si­schen Ade­li­gen und zum gegen die Nor­man­nen kämp­fen­den Patrio­ten. Spä­ter wan­delt sich die Figur auch zum Vor­kämp­fer für sozia­le Gerech­tig­keit, der den Rei­chen nimmt und den Armen gibt. Die Exis­tenz Robin Hoods als rea­le his­to­ri­sche Figur jedoch ist nicht belegt, aber die Bot­schaft ist aktu­el­ler denn je.

Das Thea­ter­stück wur­de allein von den Kin­dern aus­ge­wählt. In wei­te­ren Rol­len spie­len die pfif­fi­ge Char­lot­te Stein­leit­ner den Prinz Johann, die wun­der­ba­re Mag­da­le­na Klein den Bru­der Tuck, die ent­zü­cken­de Miri­am Krei­lin­ger den She­riff von Not­ting­ham, die zau­ber­haf­te Gwen­do­lin Licht­in­ger die Maid Mari­an und die enga­gier­te Sophia Gess­ler den König Richard. In den zau­ber­haf­ten Neben­rol­len bril­lie­ren Char­lot­te Wall­sta­be, Lena Fried­rich, Lau­ra Käl­in, Cla­ra Mühl, Forst­ner Elli, Tip­pelt Ida, Tro­idl Juli­an, Stock­horst Lina, Wang Anny und Urban Anna­bell. Die bei­den fin­di­gen Schü­le­rin­nen Marit Fel­ber und Anni Grund­ke über­neh­men dan­kens­wer­ter­wei­se die Rol­le der Souf­fleu­sen und die tech­nisch begab­ten Jungs, Luca Arndt und Maxi Han­nes, die Technik.

Auf­ge­führt wird das Thea­ter­stück am Don­ners­tag, den 14.Juli, um 19:00 Uhr in der Aula des Gym­na­si­ums. Um Anmel­dung wird gebe­ten unter der E‑Mail: info@comenius-deg.de