55 Absolventen des Comenius-Gymnasiums, 29 Männer und 26 Frauen, strahlten am Freitag mit der Sonne um die Wette. Sie waren als erster G9-Jahrgang zu den Prüfungen angetreten und bestanden das Abitur. Und das auch noch ziemlich gut. „Ihr seid Pioniere“, lobte Schulleiter Peter Scharnagl die Abiturientinnen und Abiturienten in seiner Rede. Und der besondere Einsatz seiner Pioniere hat sich gelohnt: Mit einer Durchschnittsnote von 2,15 fiel das Abitur auch besonders gut aus. 21 Absolventinnen und Absolventen haben eine Note mit einer Eins vor dem Komma. Vier von ihnen haben sogar die Traumnote von 1,0 geschafft: Johanna Engl, Lisa Kronschnabl, Andreas Schaffhauser und Felix Kolbe können stolz auf ihren Abiturschnitt sein. Jan Staropietka erreichte eine 1,1; Samira Siebert und Adrian Krause 1,2; Oscar Sun freut sich über eine 1,3.

Insgesamt 15000 Stunden hätten die jungen Leute in der Schule oder mit der Vorbereitung auf die Schule verbracht und Leistungsnachweise im vierstelligen Bereich mussten sie über sich ergehen lassen rechnete Peter Scharnagl in seiner Rede vor, Unterstützt wurden sie dabei von etwa 60 Lehrkräften, die ihnen alles, was sie für das Abitur wissen mussten, beigebracht haben. Somit wurde aus 55 Schülerinnen und Schülern nun „die beste Q 13, die es je gab“ – wie es die Abiturienten in der Einladung zu ihrem Abi-Ball formulierten. Weiterhin griff Scharnagl in seiner Rede das Abi-Motto des Jahrgangs „Vamos Abi Playa –  13 Jahre Siesta, jetzt erst einmal Fiesta“ auf, indem er auf den Kreislauf von Anspannung und Entspannung einging.

„Heute ist ein Comenius-Sonnentag“, betonte auch Oberstufenkoordinator Günther Zillner in seiner Rede. Er meinte damit nicht nur die hochsommerlichen Temperaturen am Freitag. Der Weg zum Strand, so griff auch er das Jahrgangs-Motto auf, sei nicht immer ein gemütlicher Spaziergang gewesen, eher eine Mischung aus anspruchsvoller Bergwanderung, lockerem Dahinwatscheln und leicht chaotischem Roadtrip. Aber nun haben alle das Meer erreicht: „Ihr könnt die Wellen nicht stoppen, aber ihr könnt lernen, auf ihnen zu reiten“, so Zillner. Auch er hob hervor, dass mit der Q 13 ein besonders begabter Jahrgang das Comenius verlasse. Und das in vielen Bereichen, wie er betonte: Sport, Musik, Kunst, Theater, Sprachen MINT und sogar zauberei.

Das Strand-Motto griff auch Christian Troidl im Namen des Elternbeirats auf. „Schwimmt so weit raus, wie ihr könnt“, ermutigte er die Absolventinnen und Absolventen, „Aber schwimmt nie allein.“ Denn wer an den Strand wolle, der braucht auch ein Handtuch, Wasser, Sonnencreme und im Idealfall auch jemanden, der an den Haustürschlüssel denke. Die Welt, die den Comenianerinnen und Comenianern nun offen stehe, sei manchmal großartig, manchmal aber auch ungerecht und hart. Des Weiteren ermutigte er Abiturienten, sich auch Pausen zu gönnen, aber wach zu bleibe.

Deggendorfs dritte Bürgermeisterin Dr. Ila Schnabel hob hervor, dass alle auf dem Weg bis hierher viel geleistet hätten. Das Leben sei kein vorgegebener perfekter Stundenplan, sondern erfordere auch, die eigenen Pläne öfter umzuschmeißen und anzupassen.

Prof. Dr. Henning Schulze, Vorsitzender des Comenius-Fördervereins, ermahnte die jungen Menschen, sich der Verantwortung bewusst zu sein, sich gegen Diktatur und Propaganda aufzulehnen. Ebenso würden Kriege, Klimawandel und weitere gesellschaftliche Veränderungen, die angegangen werden müssen, die Abiturientinnen und Abiturienten vor große Herausforderungen stellen. „Genießen Sie aber auch Ihr Leben“, gab er mit auf den Weg, „und vergessen Sie das Comenius nicht.“

Die Abiturientensprecher Oscar Sun und Caroline Greil. Sie blickten auf ihre Schulzeit zurück, die nicht nur geprägt war vom Warten auf die nächste Pause, sondern auch von der Corona-Pandemie, die den Jahrgang aber noch enger zusammengeschweißt hätte. Dazu beigetragen haben auch einige tolle Unternehmungen und Fahrten, wie etwa die Prag-Fahrt zu Beginn der Q 13. Die Sprecher bedankten sich im Namen der Q 13 bei Schulleiter Peter Scharnagl für sein immer offenes Ohr, bei Oberstufenkoordinator Günther Zillner und allen Lehrerinnen und Lehrern, die mit teils unkonventionellen Methoden ihren Schülern alles Nötige beigebracht hätte. Ein großer Dank der Abiturientensprecher galt auch den Eltern und Freunden, die dann da waren, als die Lehrer nach der sechsten Stunde weg waren.

Die feierliche Zeugnisverleihung wurde umrahmt von der Comenius-Band Al Vorno und von Abiturientin Rebecca Neu am Klavier.