Im Rahmen eines Vortrags über Kenia durfte die zehnte Jahrgangsstufe des Comenius-Gymnasiums erneut Herrn Wagener, wissenschaftlichen Mitarbeiter im Fachbereich Geographie von der Universität Passau, begrüßen.

Im Mittelpunkt seines Vortrags stand das ostafrikanische Land Kenia, zu dem er durch seine zahlreichen Exkursionen eine besonders enge Verbindung aufgebaut hat. Neben Kenia bereiste Herr Wagener unter anderem auch Südafrika und Ghana. Dank seiner vielfältigen Erfahrungen konnte er den Schülerinnen und Schülern den afrikanischen Kontinent, der im Geographieunterricht ausführlich behandelt wurde, mit spannenden Einblicken und persönlichen Eindrücken näherbringen.

„Unsere Wahrnehmung Afrikas ist häufig von eurozentrischen Sichtweisen und Stereotypen geprägt“, betonte Herr Wagener bereits zu Beginn seines Vortrags.

Einen wesentlichen Einfluss darauf hätten auch die sozialen Medien, die oftmals ein einseitiges oder sogar falsches Bild des Kontinents vermitteln. Am Beispiel Kenias zeigte er, dass Afrika weit mehr zu bieten hat als beeindruckende Landschaften und eine außergewöhnliche Artenvielfalt.

Neben allgemeinen Informationen über das Land, etwa zur modernen Hauptstadt Nairobi, beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler auch mit der zunehmenden Urbanisierung und den daraus resultierenden Herausforderungen.

Dazu zählen unter anderem das rasche Wachstum der Städte und die Lebensbedingungen in informellen Siedlungen.

Neben diesen Herausforderungen wurde jedoch auch die positive Entwicklung Kenias deutlich. Besonders beeindruckend ist die Energieversorgung des Landes:

Bereits heute stammen rund 90 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien, vor allem aus Geothermie (Erdwärme). Herr Wagener erklärte, dass Kenia gute Chancen habe, in Zukunft seinen Strom sogar vollständig aus erneuerbaren Energiequellen zu gewinnen – ein Erfolg, auf den das Land mit Recht stolz sein kann.

Auch die koloniale Vergangenheit Kenias wurde thematisiert. Die Schülerinnen und Schüler erhielten Einblicke in ein dunkles Kapitel der Geschichte, in dem große Teile der einheimischen Bevölkerung von den Kolonialmächten vertrieben, unterdrückt oder getötet wurden. Besonders eindrücklich war dabei der Zusammenhang mit dem bis heute bedeutenden Teeanbau in Kenia – ein Aspekt, über den viele Menschen kaum nachdenken. Umso wichtiger sei es, das eigene Konsumverhalten zu reflektieren und diese Hintergründe beispielsweise beim Kauf von Tee im Hinterkopf zu behalten.

Die zehnten Klassen blicken nun mit vielen neuen Erkenntnissen auf den abwechslungsreichen und informativen Vortrag zurück. Sie bedanken sich herzlich bei Herrn Wagener für seine Zeit, sein Engagement und die spannenden Einblicke. Für seine kommenden Exkursionen nach Afrika wünschen sie ihm viel Erfolg sowie zahlreiche neue Erkenntnisse, die er auch künftig mit den Schülerinnen und Schülern teilen kann, um ihnen diesen faszinierenden Kontinent noch näherzubringen.

Von Julia Mittermüller und Magdalena Koller aus der 10c